Mit schwerfälligen Bewegungen verließen wir (die fünf Prüfungsteilnehmer) am 14.10.2017 die Halle in Reinbek, in der wir gerade unsere Dan Prüfung abgelegt haben.

Völlig erschöpft, von Krämpfen geplagt und mit der Trinkflasche bewaffnet, warteten wir auf das Ergebnis der Prüfung. In dem Bereich vor der Halle, in der die Prüfer Kurt Nehlsen (4. Dan) und Timo Stieger-Fleischer (4. Dan) sich berieten, warteten ebenfalls einige Familienangehörige gespannt auf die Verkündung. Die Stimmung war eine Mischung aus Anspannung und Erleichterung, den anstrengenden Teil der Prüfung geschafft zu haben. Doch die Prüfungsvorbereitung begann für mich und die anderen Prüfungsteilnehmer schon Monate früher. Mit dem klaren Ziel vor Augen die Prüfung zu bestehen, trainierten mein Prüfungspartner (Kai Beck) und ich mindestens zweimal pro Woche die verschiedenen Bestandteile der Prüfung. Bei der Vorbereitung halfen insbesondere die Prüfungslehrgänge, welche von Nehlsen und Stieger-Fleischer am 22.07.17 und am 17.09.17 angeboten wurden. Hierbei erhielt man hilfreiches Feedback und konnte sich dadurch noch gezielter auf die Schwerpunkte der Prüfung einstellen. Der Prüfungstag rückte mit jedem Training näher und die Aufregung erreichte ihren Höhepunkt, als wir eine halbe Stunde vor Prüfungsbeginn die Aufwärmhalle betraten. Jeder Teilnehmer ging für sich noch einmal die wichtigsten Techniken durch, dehnte sich etwas und versuchte sich die Anspannung nicht anmerken zu lassen. Pünktlich um 13 Uhr wurden wir in den Prüfungssaal geführt, der u.a. mit Japanflagge und Prüfertisch mit dem Schriftzug „Dan Prüfung 2017“ einladend hergerichtet war. Nach kurzen Willkommensworten durch die Prüfer ging es auch direkt los! Die zweite stiloffene Dan-Prüfung in Reinbek nahm ihren Lauf. Jetzt ging es darum, die Anspannung abzuschütteln und mit voller Konzentration jede Technik sauber und kraftvoll auszuführen. Technik für Technik, Tritt für Tritt, Schlag für Schlag wurden wir durch ruhige Ansagen von Nehlsen und Stieger-Fleischer durch die Prüfung geführt, die dazu beitrugen, dass eine angenehme Prüfungsatmosphäre vorherrschte. Nach der „Grundschule“ (bestehend aus Einzeltechniken und Technik-Kombinationen) gab es eine kleine Trinkpause. Anschließend wurden die „Katas“ (längere Bewegungsabläufe gegen einen imaginären Gegner) präsentiert, wobei jede Kata zweimal gezeigt wurde. Als diese beiden Blöcke der Prüfung geschafft waren, hieß es für meinen Prüfungspartner und mich erst einmal aufatmen, denn wir wussten, dass als nächstes die Ohyo- und Kihon-Kumite, sowie die Selbstverteidigung gezeigt werden mussten (Partnerübungen). Hierauf haben Kai Beck und ich uns sehr intensiv vorbereitet und in den vergangenen Monaten viele Stunden und viel Schweiß investiert. Die letzte Prüfungsaufgabe bestand im „Randori“ (Freikampf, 1 gegen 1). Hier wurden uns in drei Runden mit wechselnden Gegnern die letzten Kraftreserven abverlangt. Nachdem die beiden Prüfer mit der Beratung fertig waren, wurden die Prüflinge wieder in die Halle gerufen. Jeder Teilnehmer trat nun einzeln vor die Prüfer und bekam eine persönliche Kritik, in der Stärken und Schwächen genannt wurden. Anschließend wurde das Ergebnis des Prüflings verkündet und mit Applaus begleitet. Grund zur Freude hatte am Ende jeder Teilnehmer, da alle fünf die Prüfung bestanden haben.

Sascha Veldung

 

2. Dan:
- Michael Graf
- Bernd Brand

1. Dan:
- Runa Jorißen
- Kai Beck
- Sascha Veldung

DAN Prüfung 2017 v.l.n.r. Kurt Nehlsen, Kai Beck, Sascha Veldung, Bernd Brand, Michael Graf, Runa Jorißen, Timo Stieger-Fleischer