Die Holsteiner Runde setzt sich für weitere Unterstützungen der Sportvereine in Schleswig-Holstein ein.

Zwei Soforthilfen hat das Land Schleswig-Holstein bereits für die Sportvereine des Landes auf den Weg gebracht. Das erste Hilfspaket umfasste 12,5 Mio. € und wurde bei Weitem von den Vereinen nicht abgerufen. „Liquiditätsengpässe, die Voraussetzung für eine Zuwendung des Landes sind, waren zu dem frühen Zeitpunkt der Pandemie nur zum Teil gegeben. Die finanziellen Auswirkungen durch Kündigungen kommen erst jetzt zum Tragen“ sagt Rüdiger Höhne, Vorstandsmitglied der Holsteiner Runde. In der Holsteiner Runde sind derzeit 22 Großvereine von Flensburg bis Geesthacht vertreten. Und auch zum Zeitpunkt der zweiten Soforthilfe verfügten viele Vereine noch über Rücklagen. Nach 16 Monaten Pandemie, in der viele Menschen ihre Mitgliedschaft in den Vereinen kündigten und kaum neue Mitgliedschaften hinzukamen, sind die Kassen bei vielen Vereinen leer. „Wenn jetzt aufgrund der Lockerungen, die wir natürlich sehr begrüßen, die Kosten wieder voll greifen, machen sich die fehlenden Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sehr schnell bemerkbar“ gibt sein Vorstandskollege Dennis Bluhm zu Protokoll.

Gerade die größeren Vereine mit eigenen Sportstätten und hauptamtlichen Personal sind hiervon betroffen. „Die Vereinslandschaft in Schleswig-Holstein ist äußerst heterogen“, meint Uwe Hönke, „und die Vereine dementsprechend unterschiedlich von den Auswirkungen der Pandemie betroffen“. Christof Rapelius ergänzt: „Wir Sportvereine werden ja immer wieder gerne als sozialer Kitt und tragende Säule unserer Gesellschaft bezeichnet, und dies völlig zu Recht. Wenn diese tragenden Säulen nicht wegbrechen sollen, bedarf es weiterer punktueller und gezielter Unterstützung durch die öffentliche Hand.

Auf einer virtuellen Mitgliederversammlung der Holsteiner Runde wurde der Vorstand am 9. Juni für seine Arbeit und seinen Einsatz ausdrücklich durch die Mitglieder gelobt. Bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen wurden Christof Rapelius (Kieler MTV) und Uwe Hönke (VfL Pinneberg) für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Zum Vorstand der Holsteiner Runde gehören außerdem Mareike Busch (TSV Schwarzenbek), Rüdiger Höhne (TSV Reinbek) und Dennis Bluhm (Möllner SV). Jan Schamerowski (SC Itzehoe) und Wilhelm Fritzen (ATSV Stockelsdorf) wurden zu Kassenprüfern bestellt. Die Botschaft der Mitglieder war am Ende der Versammlung einstimmig und nochmal klar formuliert: „Wir verstehen uns als Solidargemeinschaft und auch so stehen wir gemeinschaftlich für weitere Hilfen zum Neustart der Vereine durch die öffentliche Hand – Zusammenwachsen ist hier wichtiger denn je.“

Anbinder: Landesweit haben die knapp 2.600 Sportvereine in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 34.088 Mitgliedschaften verloren, dies entspricht einem Rückgang von 4,41%. Die 22 Großvereine der Holsteiner Runde haben 7.748 Mitgliedschaften verloren und verzeichnen einen durchschnittlichen Rückgang von 10,42%. Der negative Spitzenwert liegt sogar bei 17,57%. Das bedeutet, dass die 22 Vereine der Holsteiner Runde, die nur 0,85% aller Vereine in Schleswig-Holstein darstellen, 22,73% der gesamten Mitgliedschaftsverluste schultern müssen.